„Hingehen“ lautet die Devise. Reporterinnen und Reporter sind immer dort, wo das Spannende wirklich passiert. Also: Auf die Plätze, fertig, los. Aber was dann? Was tun, wenn man mitten im Geschehen ist? Wohin schauen? Wo hinhören? Was aufschreiben? Was fragen? Im Reportagekurs bereiten wir uns auf solche Momente vor. Wir schärfen mit kleinen praktischen Übungen unsere Sinne, damit wir in den entscheidenden Momenten alle Register ziehen können. Denn ohne wache Ohren, ohne offene Augen und ohne einen guten Riecher ist noch keine gute Reportage gelungen.
Mindestens so wichtig ist aber auch die inhaltliche Vorbereitung einer Reportage. Das beginnt schon bei der Themenwahl. Wo genau steckt der interessante Aspekt? Was könnte der rote Faden sein? Wer ist in der Geschichte der Protagonist/die Protagonistin, und wer spielt in den Nebenrollen? Wir besprechen Vorgehensweisen und du bekommst Tricks und Tipps mit auf den Weg, wie du deine Geschichte optimal abstecken kannst. Ein bisschen Regisseur muss der Reporter/die Reporterin schon auch sein.
Und schliesslich das Schreiben. Hier geht es um die Sprache selbst. Darum, das Erlebte so lebendig in Worte zu fassen, dass die Leserinnen und Leser richtig eintauchen können. Wie machen wir das? Wie erzeugen wir Spannung? Wir schauen uns Reportagen an, um herauszufiltern, was uns packt oder wo wir abhängen. Wir schauen und Einstiege an, weil nichts entscheidender ist, als ein guter Anfang. Und wir schauen uns die Abschlüsse von Reportagen an, weil die in Erinnerung bleiben.
Insgesamt also ein Kurs mit viel Zeit zum Schreiben und Tüfteln, mit ein bisschen Theorie und regelmässigem Austausch in der Diskussionsrunde.
Im Workshop bist du sowohl als AnfängerIn wie auch als FortgeschritteneR willkommen. Bedingung ist aber, dass du eine unveröffentlichte Reportage mitbringst, oder Notizen einer Recherche. Thematisch sind dir dabei keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist bloss, dass du irgendwo vor Ort warst, beobachtet und mit Leuten gesprochen hast. Wir werden mit dem Material im Kurs arbeiten. Halte dich also bereit, damit du gleich loslegen kannst, wenn du Anfang Juli Bescheid bekommst, ob du am Workshop teilnehmen kannst.
Janosch Szabo, 24 Jahre alt, ist Journalist bei der Tageszeitung Bieler Tagblatt und dort vor allem viel als Reporter unterwegs. Während seinem berufsbegleitenden Journalismus-Studium in den letzten beiden Jahren hat er sich deshalb vor allem auf Reportagen spezialisiert, auf Geschichten also, die er selbst miterlebt hat, ja oft gar mitten drin war, wie kürlich erst bei einer Wasservogelzählung auf dem See. Seine Faszination an dieser journalistischen Disziplin ist es, Erlebtes, Gesehen, Gerochenes und Gehörtes so in Worte und Sätze zu fassen, dass die Leser richtig eintauchen können, dass sie sich fühlen, als wären sie dabei.